Ravens siegen im ersten Test mit 27:24

Ravens siegen im ersten Test mit 27:24

Seniors

Die Krefeld Ravens haben ihren ersten Test gegen die Wiesbaden Phantoms in der heimischen Grotenburg mit 27:24 gewonnen. Im Vordergrund stand dabei allerdings das Testen auch der zweiten und dritten Reihe. Ein starker Drive zum Ende brachte den Sieg.

Die Krefeld Ravens sind erfolgreich in die neue Saison gestartet. Dabei steht allerdings im ersten Testspiel gegen die Wiesbaden Phantoms nicht unbedingt das Ergebnis von 27:24 (19:10) im Vordergrund, sondern die Erkenntnisse, die die Coaches gewinnen konnten. Dabei zeigten sich vor allem viele tolle Ansätze beim neuen Spielmacher Christian Arrambide, einige starke Aktionen der Receiver – und, man ist versucht, zu sagen „natürlich“, ein einmal mehr bärenstarker Akiva Wedge. Doch auch einige andere neue Spieler, von denen es im Kader der Ravens eine Menge gibt, zeigten bereits, warum sie geholt wurden. Das gilt beispielsweise für Runningback André Frisch, die Receiver Max Langshausen oder Leroy Rümmeli. Offensiv zeigten aber auch der junge Jonas Thees einige gute Aktionen. In der Defensive waren es vor allem die Platzhirsche, die die meisten starken Aktionen hatten – Akteure wie Max Emmerich, Tinashe Gonese, Greg Bonneau oder Kaan Ari. Import-D-Lliner Daryn Blackwell kam zwar nicht final durch, machte aber immer wieder Druck. Unter den Neuzugängen hatte beispielsweise Jan Harms immer wieder Aktionen.

Wichtig ist aus Sicht der Ravens aber auch, dass im Spiel des Dritten der Nord- gegen den Vierten der Südstaffel der GFL2 aus der Vorsaison das Testen im Vordergrund stand. Zum Einen mussten die Ravens auf nicht weniger als sechs Starter - je drei in Offenisve und Defensive – verzichten, weil sie entweder verletzte waren oder noch nicht eingetroffen sind. Außerdem setzten beide Teams nicht nur auf ihre erste Reihe, sondern auch auf die Backups, um ihnen Spielpraxis zu geben. Die Ravens beispielsweise verzichteten im letzten Quarter fast vollsätnig auf Arrambide und setzten auf Backup Isaiah Trouwloon. Auch die Gäste allerdings teilten die Halbzeiten zwischen ihren beiden Playmakern auf.

Doch der Reihe nach: Die Ravens gingen früh in Führung, nachdem Bonneau einen Strip-Sack mit Recovery in die Endzone getragen hatte. Dann allerdings zeigte sich ein Problem, das die Ravens schon aus der Vorsaison kennen: Beim PAT misslangen Snap und Hold, so dass der Versuch ungenutzt blieb. Die Gäste marschierten als Antwort gut über das Feld und kamen schließlich zum Fieldgoal durch Leon Amberg. Die Ravens ihrerseits taten sich zunächst schwer in der Offensive und kamen nicht zu weiteren Punkten – anders als die Gäste, die ein zweites Mal vor allem über den Lauf immer wieder marschierten. Die Ravens zeigten hier die ein oder andere Schwäche. Vor allem die beiden Importspieler Dwayne Milton und Chistopher Hobson erzielten immer wieder substanziellen Raumgewinn. So kam der Gast auch zum ersten eigenen Touchdown durch Hobson zum 6:10. Die Ravens ihrerseits konterten mit etwas, das man in Krefeld seit Jahren kennt: Akiva Wedge bekam noch in der eigenen Hälfte den Ball in die Hand, bekam hervorragende Blocks und war sofort im zweiten Level. Hier brach er einen Tackle und holte seinen ersten Touchdown des Spiels zur direkten erneuten Führung. Die Ravens hielten die Gäste auf und kamen noch vor der Pause zum zweiten offensiven Touchdown. Diesmal war es André Frisch, der den Ball in die Endzone trug. Zuvor hatte Thees den ersten ganz langen Pass von Arrambide an der 8-Yard-Linie gefangen. Zum zweiten Mal allerings misslang der Hold beim Extra-Kick. So ging es mit einem 19:10 in die Pause.

Im zweiten Durchgang dauerte es dann vier Minuten, bis die Gäste durch Max Schmidt zum 17:19-Anschluss kamen. Dabei gab es allerdings auch einige diskutable Schiedsrichterentscheidungen. So wurde beispielsweise eine Interception von Harms zurückgenommen, weil die Schiedsrichter auf Pass-Interference entschieden, wobei die Ravens überezugt sind, dass die Aktion klar zum Ball ging und dieser auch gespielt wurde. Doch die Entscheidung stand und so war der Beginn einer hochinteressanten Schlussphase. Eine erste Chance zur Führung vergaben die Gäste mit einem Fieldgoalversuch aus 43 Yards, der allerdings daneben ging. Wenig später aber war es doch so weit, denn mit einem Pass auf Nicolei Netz gelang der dritte Touchdown. So stand es 19:24 und die Ravens standen unter Druck. Mit Backup-Quarterback Trouwloon gelang es in dieser Phase nicht, wirklich substanziell nach vorn zu kommen und die Ravens spielten ihre ersten beiden Punts des Spiels, nachdem sie mit Arrambide zuvor gleich dreimal vierte Versuche ausgespielt hatten – einer davon erfolgreich. Doch zwei Minuten vor Schluss kehrte dann für den letzten Ballbesitz noch einmal der Starter auf die Wiese zurück und zeigte seine ganze Klasse: Er orchestrierte einen starken Drive. Vor allem zwei Flaggen brachten die Ravens in Probleme und an der Mittelline stand man so schließlich bei 4. & 11 Yards. Und in dieser kritischen Situation zeigte Arrambide all seine Qualitäten: Er geriet unter Druck durch drei Spieler, tanzte sich frei, war kaum zu erwischen und erkaufte sich so viel Zeit, dass schließlich Rümmeli sich erfolgreich freilaufen konnte. Der Playmaker sah ihn und servierte im einsetzenden Regen einen perfekten Pass auf den aus der GFL geskommenen Schweizer, der an der 15 den Ball fing. Und gleich im nächsten Play veredelte Wedge die starke Aktion zum umjubelten Touchdown und der erneuten Führung der Ravens. Diese gingen für zwei Punkte, um einen Abstand von drei Zählern zu erreichen und wieder ging der Ball an Wedge, der über die rechte Seite ging, einen Verteidiger austanzte und den Ball zum 27:24 in die Endzone wuchtete. Wiesbaden hatte noch eine Minute Zeit, doch die Ravens-Defense hielt, Wiesbaden spielte einen vierten Versuch erfolglos aus und so war der Heimsieg sichergestellt.

Das Spiel zeigte also gleichermaßen, dass das Team enorm viel Potenzial besitzt, wie auch, dass noch einige Arbeit vor den Coaches liegt. Die Fans aber dürfen sich, das deutete sich an, auf eine vor allem offensiv tolle Saison freuen – zumal wenn alle Starter an Bord und eingespielt sind. Erstmals können sich die Fans davon am Samstag, 23. Mai, überzeugen, wenn die Rostock Griffins zu Gast in der Grotenburg sind.



Scores:

6:0 3. Bonneau

6:3 7. Amberg

6:9 14. Hobson

6:10 14. Amberg

12:10 15. Wedge

13:10 15. Storm

19:10 21. Frisch

19:16 38. Schmidt

19:17 38. Amberg

19:23 43. Netz

19:24 43. Amberg

25:24 48. Wedge

27:24 48. Wedge

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